NEWS VON DER AGJA

Der Grosse Rat stärkt die Offene Kinder- und Jugendarbeit – Abstimmung vom 23. September,  Schulgeste §67b, neu §102 

Im Jahr 2022 durfte die AGJA an einer überparteilichen Motion mitarbeiten, welche den Artikel §67b im Schulgesetz modernisieren und für die Fachstellen der OKJA einfacher zugänglich machen wollte. Dieser Artikel ist die einzige gesetzliche Grundlage für die OKJA im Kanton Aargau und bietet interessierten Gemeinden eine Anschubfinanzierung für Strukturen in der OKJA.

Zeitgleich wurde vom Grossen Rat beschlossen, das ganze Aargauer Volksschulgesetzt zu überarbeiten und somit gab es bei der Behandlung der Motion zeitliche Verzögerungen, resp. wurde dessen Bearbeitung gleich in die ganze Überarbeitung integriert.

Zwischen 2022 – 2024 konnte das AGJA Ressort „politische Lobbyarbeit“ sowohl am Motionstext mitarbeiten wie auch im Austausch mit der kantonalen Verwaltungskommission „Bildung und Kultur“ Rückmeldungen zur Ausformulierung des Gesetzesartikels geben. Darin wurde §67b zum §102 umbenannt. Ebenfalls im diesem Zeitraum begann das AGJA Ressort „politische Lobbyarbeit“ gezielt einzelne Grossrätinnen und Grossräte für ein persönliches Gespräch zu treffen. Dabei wurden jegliche politischen Couleurs berücksichtigt und gezielt Personen angesprochen, welche entweder in der Bildungs- und Kulturkommission sind, oder sich sonst in der Vergangenheit für Themen in Bezug auf Kinder und Jugendliche engagiert haben.

An der Abstimmung im Grossen Rat im November 2024 wurde der Entwurf vom Grossen Rat abgelehnt, die Jugendverbände wurden im Vorschlag zu wenig berücksichtigt und sollen zukünftig auch von diesem Geldtopf profitieren können.

Auf den 2. Entwurf des Regierungsrates erfolgte kurz vor den Sommerferien einen Minderheits- (Eventualantrag) aus der Kommission „Bildung und Kultur“ des Grossen Rats. Hierbei wollten die Antragsstellenden erreichen, dass der §67, resp. §102 ganz aus dem Schulgesetzt gestrichen wird (Minderheitsantrag). Oder im Falle, dass dieser Antrag keine Mehrheit findet, der §67b so bleibt, wie er seit 1980 im Schulgesetzt enthalten ist und auch die Anliegenden Motion nicht berücksichtig werden.

Somit waren gemütliche Sommerferien für das Ressort Lobbying gestrichen und das aufgebaute Beziehungsnetz zum Grossen Rat wurde mobilisiert. Gemeinsam mit den Jugendverbänden wurde ein Argumentarium erarbeitet, welches dann gezielt an einzelne Ratsmitglieder verteilt wurde. Auch Telefone wurden gestartet und anschliessend gebangt und gehofft bis zum Schluss. Am 23. September dann die Erleichterung, sowohl der Minderheits- wie auch der Eventualantrag wurden mit einer klaren Mehrheit abgelehnt! Besonders erfreulich war, dass die SVP geschlossen für die Anliegen der AGJA und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit abgestimmt hat, ganz anders als ihre bürgerlichen Kolleg:innen aus der FDP.

Mit der Annahme von §102 und der Ergänzung in §104 Abs. 1 lit. e im Volksschulgesetz, wird die Finanzierung der ausserschulischen Kinder- und Jugendförderung deutlich niederschwelliger. Neu können nicht nur Gemeinden, sondern auch Jugendarbeitsstellen direkt kantonale Beiträge beantragen – auch für kleinere, kurzfristige Projekte. Diese Flexibilisierung entspricht dem dynamischen Charakter der offenen Kinder- und Jugendarbeit und ermöglicht eine raschere Unterstützung innovativer Angebote.

Ergebnisse Zwischenevaluation

So oder so, die Rückmeldungen haben erbeben, dass die AGJA gut auf Kurs ist und viele Ziele bereits umgesetzt und erfüllt werden konnte, andere nicht mehr relevant sind oder der Vorstand in Zukunft noch mehr Fokus setzte muss. 

Was uns sehr gefreut hat ist, dass der A-Welle FerienPass als einziges operatives Projekt der AGJA von den Mitgliedern geschätzt wird und somit auch nach der 3-jährigen Projektphase weitergeführt wird.

  • Die Umfrage wurde von 22 Personen ausgefüllt
  • Die Rückmeldungen ergeben, dass die AGJA gut auf Kurs ist und viele Ziele bereits jetzt erreicht hat
  • über 2/3 der Teilnehmenden ist mit der AGJA mehrheitlich zufrieden und/oder begeistert
  • Weiterbildungen werden geschätzt, sind aber eher auf Berufseinsteiger:innen ausgerichtet
  • Zielgruppe Medien und Öffentlichkeitsarbeit kann noch ausgebaut werden
  • Der Informationsfluss vom Vorstand zu den Mitglieder hat noch Optimierungspotenzial (Zuständigkeiten manchmal unklar)
  • Die Mehrheit wünscht sich, dass die AGJA zukünftig zu sachpolitischen Themen klare Haltung bezieht
  • Die Mehrheit ist dagegen, dass die AGJA bei Wahlen (Gemeinde und Kantonsebene) kandidierende Personen ideell unterstützt
  • Die Mehrheit wünscht sich, dass die AGJA in Zukunft mehr Projektbezogene Angebote macht und würde dafür die Geschäftsstelle ausbauen wollen
  • Das Projekt A-Welle wird von der Mehrheit als Mehrwert für die AGJA betrachtet und eine Weiterführung wird unterstützt

INFOS AUS DEN FACHGRUPPEN UND DEN REGIONEN

Gewaltpräventionstag der Region Bünztal

Trotz wechselhaftem Wetter nutzten alle die abwechslungsreichen Angebote: Besonders beliebt waren das
Autoverschrotten, die Feuerwehrübungen sowie die spannenden Gespräche mit der Sanitäterin aus dem Spital Bülach. Auch der Boxautomat und das gemütliche Beizli trugen zu einem gelungenen Anlass bei. Die Jugendlichen konnten wertvolle Erfahrungen im Bereich Prävention und Sicherheit sammeln.

Besuch im Mannebüro – Exkursion mit der Fachgruppe Jungs

Timo Jost, der dort als Männerberater arbeitet, stellte uns die Institution vor und führte uns durch eine spannende Diskussion zu den Themen Männlichkeit und Gewalt. Das mannebüro Zürich ist eine Beratungsstelle für gewalttätige oder potenziell gewalttätige Männer. Ausserdem bieten sie auch Workshops für Schulklassen an, in denen sie die Jugendlichen auf Männlichkeit und Gewalt sensibilisieren. Wir durften nach der Besichtigung der Institution noch eine erkenntnisreiche Diskussion darüber führen, wie wir Männlichkeit und Gewalt in unserem Arbeitsalltag erleben und damit umgehen können. Insgesamt war der Ausflug sehr lehrreich und hat für alle neue Perspektiven eröffnen können. Das mannebüro bietet auch Fachberatungen an. Wenn ihr in eurem Alltag also mal auf eine Frage treffen solltet, die sich im Bereich der Expertise des mannebüros befindet, dürft ihr anrufen und könnt von der langjährigen Erfahrung des mannebüros profitieren.

Info aus der Fachgruppe Mädchen*arbeit

Die Fachgruppe möchte sich im Jahr 2026 ein Jahresziel setzen und sich differenziert damit auseinandersetzen. Das Ziel besteht darin, ein praktisches Endprodukt wie ein Spiel, Post oder einen Flyer zu dem Thema zu erarbeiten. Ein weiteres Ziel ist der engere Austausch mit der Fachgruppe Jungs. So können die Fachpersonen von beiden Perspektiven lernen und diese in der Praxis integrieren. So kann die Zielgruppe breitflächiger abgedeckt werden.