NEWS VON DER AGJA

Petitionsübergabe „Rettet das Kinder- und Jugendhilfegesetz“ und Mittagsveranstaltung Grosser Rat

Während der Mittagspause wurde der Ratskeller des Regierungsgebäudes in eine Art Jugendtreff verwandelt: Mit einem Präventionsstand, einer Gaming-Area (analog und digital), einer Siebdruck- und 3D-Druckstation sowie einem offenen Begegnungsraum erhielten die Grossrätinnen und Grossräte einen praxisnahen Einblick in die Arbeitsrealität der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ergänzt wurde das Programm durch ein jugendkulturelles Konzert der jungen Zofinger Band «Analysing Movement» auf dem Vorplatz des Gebäudes.

Bild: Die Band macht Soundcheck, zwei Grossrätinnen tobben sich aus

Ken Rüegg, Vorstandsmitglied der AGJA, betont: «Die Kinder- und Jugendförderung schafft Räume, in denen junge Menschen im Kanton Aargau sich ausprobieren, entfalten und beteiligen können. Das wir den Grossen Rat heute mitten in diese Realität hineinholen konnten, zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis ist – gerade jetzt, wo entscheidende Weichen gestellt werden.»

Bild: Fabian und sein Gotti-Kind Emme mixem Mocktails für die Ratsmitglieder

Ziel der Veranstaltung war es, die Bedeutung der non-formalen Bildung, der Jugendkultur und der präventiven Arbeit sichtbar zu machen und gleichzeitig den persönlichen Austausch zwischen Politik, Fachpersonen und Jugendlichen zu ermöglichen. Dabei entstanden zahlreiche Gespräche über aktuelle Herausforderungen und Chancen der Kinder- und Jugendförderung im Kanton Aargau.

Bild: Der Ratskeller verwandelt sich langsam aber sicher in einen Jugendtreff

Übergabe der Petition «Kinder- und Jugendhilfegesetz retten»

Bereits am Vormittag fand zudem die symbolische Übergabe der Petition «Kinder- und Jugendhilfegesetz retten» statt – gemeinsam mit den unterstützenden Fraktionen, welche die Petition politisch tragen. Die AGJA begleitete diesen Moment als fachliche Partnerin, um aufzuzeigen, wie wichtig eine klare gesetzliche Grundlage für die kantonale Kinder- und Jugendförderung wäre.

Bild: Auch der Präventionsbereich darf nicht fehlen

Der Entscheid des Grossen Rates, der Petition «Kinder- und Jugendhilfegesetz retten» zu folgen und die Arbeiten am Kinder- und Jugendhilfegesetz fortzuführen, wird von der AGJA sehr begrüsst. Damit anerkennt das Parlament die Notwendigkeit einer verbindlichen gesetzlichen Grundlage, welche die Qualität, Chancengerechtigkeit und Nachhaltigkeit der Kinder- und Jugendförderung im Kanton Aargau langfristig stärkt. Der Beschluss zeigt, dass die Anliegen der Fachwelt, Zivilgesellschaft und der unterstützenden Fraktionen Gehör gefunden haben.

Bild: Kreativbereich mit Siebdruckspinne, Lasercutter und 3D-Drucker

Die Mittagsveranstaltung war eine sehr gelungener Anlass. Zukünftig möchte der AGJA Vorstand alles zwei Jahre eine solche durchführen.

Bild: Auch die Aufsuchende Jugendarbeit wurde repräsentiert, gesammelt wurden Wünsche von Jugendlichen an die Politik

Rückblick Kantonaltag 2025 in Lenzburg

Der Tag begann mit einem Inputreferat von Johannes Küng, Dozent und Projektleiter an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Unter dem Titel «Jugendtreff als transitionaler Raum» beleuchtete er, wie Jugendtreffs als Orte gesellschaftlicher Kohäsion und demokratischer Mitgestaltung verstanden und gestaltet werden können.

Im Anschluss diskutierten zwei Expertinnen aus Praxis und Forschung (Josefine Krumm und Linda Abegg) auf dem Podium zum Thema „Die Jugend in der Krise: Alles zu viel – oder nichts mehr wert?“. Die Diskussion wurde von der Kabarettistin Martina Hügi moderiert, die mit ihrer humorvollen Art für einen lebendigen Rahmen sorgte («Jugendarbeit: Damit Jugendliche nicht nur am Rand stehen, sondern auf den Dancefloor ihres Lebens mittanzen können.»).

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden aus fünf praxisnahen Workshops wählen, die Themen wie digitale Dynamiken, Inklusion, rechtliche Aspekte, Female Empowerment und Lobbyarbeit behandelten – alles mit Bezug zur OKJA:

Female Empowerment: zeitgemässe Ansätze geschlechtsspezifischer Arbeit
«Wenn du weisst, wer du bist und was du kannst, kannst du alles schaffen!»
Die beiden Gründerinnen von «She does future» haben uns näher gebracht, wie sie junge Mädchen und Frauen begleiten und motivieren, selbstbewusst ihre Zukunft zu gestalten. Sie sprechen sich klar für genderspezifische Angebote aus, weil sich in solchen auch oft erst ein Raum öffnet, in dem viele Fähigkeiten und Interessen manifest werden.

Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit in der OKJA: Sichtbar werden
Für die Jugendarbeit heisst Lobbying nicht «Einflussnahme» sondern vor allem viel Erklärungs- und Übersetzungsarbeit. Es wurden Grundlagen, Argumentationslinien, Auftrittskompetenz, die Nutzung von Netzwerken angeschaut und viel diskutiert. Beispielsweise auch über die überarbeitete Förderung der ausserschulischen Jugendarbeit im neuen Schulgesetz:

Inklusion: Wir sind offen für alle !?
Anne Stelzel von der Projektfachstelle Inklusion in der KJA Baden-Württemberg zeigte drei Dimensionen auf, an denen man arbeiten kann, um als Jugendarbeitstelle inklusiver zu werden:

  • Inklusive Kulturen schaffen: «Jede*r wird geschätzt»
    Inklusives Denken ermöglichen durch Wertschätzung von Vielfalt und Sensibilisierung aller Beteiligten.
  • Inklusive Strukturen etablieren: «Teilhabe aller ist möglich»Barrierefreiheit und Gestaltung / Anpassung von Angeboten in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit.
  • Inklusive Praktiken entwickeln Leitlinie: „Inklusive Aktivitäten anbieten“
    Passgenaue Angebote kreieren, Unterstützung organisieren, aufbauen und sichern.

(Straf)rechtliche Aspekte in der OKJA : In Bezug auf Smartphone und Smartwatch und deren Nutzung im Kontext der digitalen Medien
Mit Unterstützung vom Jugendanwalt Benjamin Meier setzten sich die Teilnehmenden mit den rechtlichen Grundlagen im Zusammenhang mit Smartphone, Smartwatch und sozialen Medien auseinander. Anhand von Fallbeispiel entstanden viele spannende Diskussionen, auch das Smartphone-Verbot an den Aargauer Schulen wurde intensiv und kontrovers diskutiert.  Auf sehr praxisnahe Art konnten sich die Teilnehmenden im Workshop mit den Chancen und Gefahren der Technologien, den dazugehörigen Rechte und Pflichten befassen und dann passende Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten für ihre Arbeit in den Gemeinden entwickeln.

Digitale Dynamiken verstehen: Meinungsbildung und Radikalisierung bei jungen Menschen
Kinder und Jugendliche bewegen sich täglich in digitalen Räumen – oft ohne zu erkennen, wie stark Algorithmen ihre Inhalte, Meinungen und Stimmungen beeinflussen. Im Workshop erhielten die Teilnehmenden Input zu Radikalisierungstendenzen im Netz, der Rolle von Algorithmen und den psychologischen Mechanismen dahinter. Sie lernten präventive Strategien kennen, um erste Warnsignale frühzeitig zu erkennen, junge Menschen zu sensibilisieren, zu begleiten und mit alltagsnahen Werkzeugen einen kritischen Umgang mit digitalen Inhalten zu fördern.

Der Tag bot nicht nur fachlichen Austausch, sondern auch Raum für Begegnung und Vernetzung – beim griechischen Mittagessen und beim abschliessenden Apéro.

AGJA bedankt sich bei allen Teilnehmenden, Referierenden und Gästen für einen inspirierenden und vielfältigen Kantonaltag.

INFOS AUS DEN FACHGRUPPEN UND DEN REGIONEN

Hospitation beim SpielMobil Bern West und Besuch im Jugendhaus Hopfenrain (TOJ)

Auch wenn das Wetter nicht mitspielte, durfte unsere Fachgruppe Kind im Rahmen einer Hospitation das SpielMobil Bern West kennenlernen. Wir erhielten spannende Einblicke in ihre Arbeit und erfuhren, wie das Team mit ihrem bunt ausgestatteten Fahrzeug – inklusive Feuerschale, Spielmaterial und Musikinstrumenten – in Bern West unterwegs ist.

Quelle: Spielmobil Bern West – DOK – Dachverband für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern

Am Nachmittag besuchten wir das Jugendhaus Hopfenrain des TOJ. Das grosse Haus bietet Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, sich kreativ zu entfalten. Neben einem Musikstudio und einem Raum für Rapper gibt es auch eine Gruppe, die eigene Kleider entwirft und herstellt.

Im Herbst 2026 planen wir ein Fachreferat, falls du eine Idee oder Wunsch hast, darfst du es uns gerne schreiben: fgoak@agja.ch

Info aus der Fachgruppe Digital 

Die zukünftige Ausrichtung, Zusammensetzung und Aufgabenverteilung in der nationalen Fachgruppe werden zurzeit überprüft und neu definiert, um die digitale Entwicklung in der offenen und verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit schweizweit koordiniert voranzutreiben.

In den nächsten Monaten wird erarbeitet, wie die Fachgruppe Digital innerhalb der AGJA künftig gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Interessierte Fachpersonen aus der Jugendarbeit sind herzlich eingeladen, sich für eine Mitarbeit zu melden.

Info aus der Region Aarau (JARA) – Rückblick Ferienkarussell Herbst 2025

Auch in diesen Herbstferien brachte das Ferienkarussell der Jugendarbeit Region Aarau (JARA) wieder ordentlich Schwung in die schulfreie Zeit. Zwei Wochen voller Action, Kreativität und gemeinsamer Erlebnisse warteten auf Kinder und Jugendliche aus der Region.

So drehte sich das Ferienkarussell auch in diesem Herbst wieder seine Runden – mit vielen neuen Erlebnissen, Freundschaften und jeder Menge Spass. Infos und Neuigkeiten findest du auf unserer Website: www.ja-ra.ch.

Bild JARA: auf Erkundung unter Aarau

Bild JARA: kreative Poster sprayen

Info aus der Region Baden – Ensa Kurse: erste Hilfe für psychische Gesundheit

Die zweitägige Weiterbildung war intensiv, spannend und hat unser Wissen gut aufgefrischt bzw. vertieft. Für einige Teilnehmende war vieles neu, für die meisten jedoch eher eine Wiederholung, da wir grösstenteils ausgebildete Fachpersonen sind.

Die Kursleitung war sehr angenehm und ist gut auf uns als Gruppe eingegangen. Aufgrund der knapp bemessenen Zeit wurden keine Fallbeispiele behandelt. Dafür erhält man ein ausführliches Buch mit vertieften Informationen.
Nach dem Kurs hat man zudem vier Wochen Zeit, um die Online-Prüfung zur Zertifikats­erlangung zu absolvieren.

Insgesamt eine gute Weiterbildung, die jedoch in erster Linie für Laien konzipiert ist.

Trinationaler Fachaustausch: Partizipation im Öffentlichen Raum

Programm

Vormittag: Partizipations-Impulse aus dem Dreiland.

Nachmittag: Besuch von Praxisinstitutionen vor Ort – Einblick in die konkrete offene Arbeit mir Kindern, Jugendlichen und Familien in Basel.

Datum: Dienstag, 20. Januar 2026, 10:00 bis 16:00 Uhr.

Kosten: 30.- CHF / 30.- Euro (inkl. Mittagessen).

Anmeldung & Informationen

Anmeldeschluss: 15. Dezember 2025

Link zur Tagungswebseite: https://www.okja-bl.ch/ork/

Wir freuen uns sehr auf einen inspirierenden und grenzüberschreitenden Austausch mit Ihnen!

Freundliche Grüsse

Thomas Gschwind, für das Organisationsteam Trinationaler Fachaustausch